Eine Sache die man beim Einrichten und Planen seines Smarten Zuhauses oft nicht mit in Betracht zieht, ist was passiert wenn man mal kein Internet hat oder der W-LAN Router unverhofft den Geist aufgibt. Viele der Smarten Geräte und auch die Sprachsteuerung funktionieren nämlich oft nur wenn auch eine Internet oder zumindest Netzwerkverbindung gegeben ist. Anhand von ein paar gängigen Geräten möchten wir euch erklären, in wie weit ihr diese bei einem Netzwerkausfall noch steuern könnt.

Als erstes möchten wir auf die Sprachsteuerung mit Alexa, Google oder Siri eingehen. Da alle diese Dienste über vom Anbieter bereitgestellte Server laufen, ist es nicht mehr möglich bei einem Netzwerk oder W-LAN Ausfall die Sprachsteuerung in eurem Zuhause zu verwenden. Deshalb ist es wichtig bei der Steuerung von wichtigen Geräten wie z.B. den wichtigsten Lichtern immer eine zweite Möglichkeit zu haben, diese ein und aus zu schalten.

Philips HUE System

Eines der wohl bekanntesten und meist genutzten Systeme auf dem Markt was Beleuchtung angeht ist das von Philips HUE. Gerade bei diesem System muss man sich kaum Gedanken über den Ausfall der Internetverbindung oder des W-LANs machen, da es nach seiner Einrichtung fast komplett autark und ohne eine Netzwerkanbindung verwendet werden kann. Es gibt nur ein paar kleine Einschränkungen mit denen ihr rechnen müsst.
Bei einem Ausfall des Internets funktionieren die Leuchtmittel und Steckdosen von Philips HUE weiterhin ohne jede Einschränkung, solange ihr euch mit dem Handy in eurem heimischen W-LAN befindet. Die einzige Einschränkung ist somit, dass die Geräte nicht mehr von außerhalb eures heimischen Netzwerkes per Cloud gesteuert werden können.

Sobald die W-LAN Verbindung durch einen Router defekt oder ähnliches nicht mehr gegeben ist, so kommen noch weitere Einschränkungen dazu. In diesem Fall könnt ihr logischerweise nichts mehr über eure Handy-App steuern, da diese keine Verbindung mehr mit der HUE Bridge hat. dennoch könnt ihr euer Licht noch weiterhin über Bewegungsmelder, HUE Dimm Switch und HUE Smart Button wie gewohnt mit allen Funktionen steuern.
Solltet ihr keine dieser Schalter in eurem HUE System verwenden, so besteht des weiteren die Möglichkeit über den Standard Lichtschalter an dem die HUE Lampe Hängt, den Strom der Lampe zuerst kurz abzuschalten und anschließend wieder einzuschalten. Da das genaue Verhalten einer HUE Lampe nach einem “Stromausfall” in der App festgelegt werden kann, könnt ihr somit genau festlegen, in welchem Zustand die Lampe nach dem bedienen des Lichtschalters leuchten soll. Darüber lassen sich dann zwar keine Szenen und Zeitliche Dimmverhalten mehr darstellen, aber ihr habt im Notfall zumindest noch Licht.

Tuya / SmartLife W-LAN Produkte

Mit einigen Ausnahmen, welche wir am ende dieses Abschnittes erwähnen werden, verhalten sich die Tuya / SmartLife Geräte schon bei einem Ausfall des Internets anders als die Geräte von HUE. Da diese W-LAN Geräte generell über eine Cloud-Basierte App gesteuert werden, lassen sie sich bereits beim Ausfall der Internetverbindung nicht mehr über die App steuern, da sämtliche Befehle erst über die Cloud geschickt werden, bevor sie beim Gerät ankommen. Somit ist auch eine Steuerung per Routine oder auch Bewegungsmelder nicht mehr möglich. Hier besteht die einzige Möglichkeit bei Leuchtmitteln die dies auch unterstützen (die meisten SmartLife / Tuya Leuchtmittel unterstützen diese Funktion) die Leuchtmittel über den Standard Schalter an der Wand zu steuern. Da die Leuchtmittel über W-LAN angebunden sind, zählt das selbe natürlich auch für den Ausfall des W-LAN Routers.

Eine Ausnahme stellen hier natürlich Geräte mit eigenem Schalter wie z.B. die meisten Funksteckdosen und auch die W-LAN Touch Wandschalter dar. Diese lassen sich bei einem Ausfall des W-LAN oder Internet natürlich noch weiter über ihren eigenen Schalter bedienen, da hierfür keine Verbindung mit dem Netzwerk erforderlich ist. Allerdings funktionieren auch hier Cloud basierte Funktionen wie z.B. Timer nicht mehr, sondern einzig die Funktionen, welche über den Schalter direkt angesteuert werden können.

Funk Basierte Systeme

Funk basierte Systeme gehören inzwischen was den Smart Home Markt angeht, eh schon zum alten Eisen, dennoch möchten wir hier noch kurz darauf eingehen. Wer seine Funk basierten Geräte über einen Broadlink RM Pro steuert, der kann auch bei einem W-LAN oder Internetausfall die wirklich Smarte Steuerung der Geräte nicht mehr verwenden. Sämtliche Steuerung über Schalter oder Fernbedienungen bleibt aber von einem Internet oder W-LAN Ausfall unberührt und funktioniert wie gewohnt.

HomeMatic IP

Der nachfolgend kursiv geschriebene Text wurde uns von unserem Leser Andreas Frank zur Verfügung gestellt und von unserer Redaktion nicht auf technische Korrektheit überprüft, da wir hierfür aktuell keine Testgeräte besitzen.

Werden Homematic IP-Produkte über den Access Point betrieben, werden die Programme in der Cloud gespeichert. Wenn also das Internet ausfällt, funktionieren die nicht mehr. Die Grundfunktionen sind aber auf den Geräten selbst abgelegt bzw. in sog. Direktverknüpfungen gespeichert. Zu diesen Funktionen gehören zum Beispiel das Schalten von Lampen, das Öffnen und Schließen die Rollläden und die Heizungsteuerung. Sie funktioniere selbst, wenn der Access Point ausfällt.
Sind die Homematic IP-Komponenten an die Zentrale CCU angelernt, gibt es weiterhin die Direktverknüpfungen, die Programme werden allerdings auf der CCU gespeichert. Sprich, die Programme laufen auch ohne WLAN und Internet.

Recherche und Text (Andreas Frank)

Heizungssteuerungen

Bei den uns bekannten Heizungssteuerungen funktionieren in den meisten Fällen sämtliche Thermostate auch bei einem Verlust der Verbindung einzeln und autark wenn keine Verbindung zum System oder der Bridge besteht. Somit braucht ihr auf keinen Fall angst haben, dass ihr bei einem Ausfall der Internet oder W-LAN Verbindung in einer kalten Wohnung verweilen müsst. Außerdem lassen sich in der Regel auch sämtliche Thermostate manuell steuern und somit vollkommen unabhängig von einer Netzwerkverbindung. Einzig statistische Daten und der Abgleich von mehreren Thermostaten in einem Raum kann bei einem Ausfall der Internet oder W-LAN Verbindung beeinträchtigt werden. Aber auch dies muss nicht bei allen Systemen der Fall sein.

Fazit:

Wenn man auf Smart Home umrüstet, so sollte man gerade was die Lichtsteuerung angeht auf keinen fall sämtliche originalen Lichtschalter entfernen, da jegliche smarte Beleuchtung im Notfall über diesen noch rudimentär gesteuert werden kann. Das wohl beste System was Bewegungsmelder angeht ist auf jeden Fall das von HUE, da hier die Steuerung über Bewegung nicht von einem Clouddienst oder dem Internet abhängig ist und eigenständig funktioniert. Ansonsten sollte man sich immer darüber bewusst sein wie man im Falle eines Ausfalls trotz allem noch seine wichtigsten Lichter ein und ausschalten kann ohne hierfür eine Handy App oder die Sprachsteuerung zu verwenden.

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Thomas Wiesner

Mein Name ist Thomas, ich bin 38 Jahre Alt und interessiere mich seit ca. 30 Jahren aktiv für alles was mit IT und Technologie zu tun hat. Schon als siebenjähriger habe ich angefangen in Q-Basic zu Programmieren, und diese Leidenschaft führt sich bis Heute mit etlichen Technologien fort. Hauptberuflich arbeite ich als IT System Engineer in einem großen Deutschen IT Unternehmen. Hier in diesem Blog möchte ich euch meine Erfahrungen mit dem Thema Haus- und Sprachsteuerung nahebringen und euch somit etwas Hilfestellung geben.
Thomas Wiesner

Ein Kommentar

  1. Zu deiner Frage zu Homematic IP: Werden Homematic IP-Produkte über den Access Point betrieben, werden die Programme in der Cloud gespeichert. Wenn also das Internet ausfällt, funktionieren die nicht mehr. Die Grundfunktionen sind aber auf den Geräten selbst abgelegt bzw. in sog. Direkverknüpfungen gespeichert. Zu diesen Funktionen gehören zum Beispiel das Schalten von Lampen, das Öffnen und Schließen die Rollläden und die Heizungsteuerung. Sie funktioniere selbst, wenn der Access Point ausfällt.
    Sind die Homematic IP-Komponenten an die Zentrale CCU angelernt, gibt es weiterhin die Direktverknüpfungen, die Programme werden allerdings auf der CCU gespeichert. Sprich, die Programme laufen auch ohne WLAN und Internet.
    Grundsätzlich machen solche Diektverknüpfungen eine Smart-Home sehr robust. Es gibt sie auch bei anderen Standards wie Zigbee, Z-Wave, EnOcean und KNX. Doch nicht alle Smart-Home-Systeme nutzen sie auch.
    Ich wollte mich eigentlich schon länger dazu mal etwas mehr auf meinem Blog schreiben.

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