Gerade auf YouTube bin ich ja schon ein wenig auf das Thema eingegangen, dass ein Sprachassistent keinen Smart Home Server ersetzen kann. Heute möchte ich auf das Thema Automationen sowohl über Alexa Routinen als auch über einen richtigen Smart Home Server eingehen. Da ich selbst aktuell mein System von FHEM auf Home Assistant umstelle werden die Beispiele hauptsächlich auf diesen zwei Systeme beschrieben sein, aber in der Regel lässt sich dasselbe auch in ioBroker, OpenHAB oder anderen Systemen umsetzten.

Kommen wir aber erst einmal auf die Grundlagen zu sprechen. Verglichen mit einem Echo Dot mag die Investition in einen Smart Home Server in form eines Raspberry Pi erst mal etwas teuer wirken. Das ist der Grund, warum sich viele erst einmal für die Variante des Echo Dot entscheiden. Betrachtet man aber dann die Möglichkeiten und vor allem auch das zeitliche Ansprechverhalten eines Smart Home Servers auf der Basis eines Raspberry Pi, spart einem die Server variante viel Zeit und Ärger. Und auch diese Zeit lässt sich prinzipiell in Geld umrechnen.

Als Beispiel habe ich mir nun meine Terrassentür Automation ausgesucht um euch zu zeigen wie der Unterschied zwischen den beiden Varianten ist.

Alexa Routine mit SmartLife Türsensor:

  • Türsensor öffnet sich -> SmartLife Cloud -> Alexa
  • Alexa -> Sonoff Cloud -> Fensterüberwachung Terrassentüre ein
  • Alexa -> SmartLife Cloud -> Stromzufuhr Kamera aus
  • Alexa -> HUE Bridge -> Gartenbeleuchtung ein
  • Alexa -> Shelly Cloud -> Rollladen öffnen

Nehmen wir an, dass jede Cloud Verbindung im Durchschnitt 1,5 Sekunden dauert, kommen wir hier auf einen wert von 6 Sekunden. Allerdings konnte ich in letzter Zeit beobachten, dass gerade das Auslösen des Sensors in der Alexa Routine teilweise bis zu 30 Sekunden und mehr dauert.

Alexa Routine mit Sonoff ZigBee Türsensor, Conbee II und Home Assistant:

  • Türsensor öffnet sich -> direkt -> Home Assistant
  • Home Assistant -> direkt -> Fensterüberwachung Terassentüren ein
  • Home Assistant -> direkt -> Stromzufuhr Kamera aus
  • Home Assistant -> HUE Bridge -> Gartenbeleuchtung ein
  • Home Assistant -> direkt -> Rollladen öffnen

Nehmen wir hier nun an, dass jede Direktverbindung im Durchschnitt 15 Millisekunden dauert, kommen wir auf einen Wert von 0,075 Sekunden bis alle Geräte geschaltet sind.

Fazit:

Gerade nach der Einführung der Lidl Smart Home Produkte ist mir extrem aufgefallen, dass scheinbar die Europäischen SmartLife / Tuya Server zu den Stoßzeiten sehr überlastet waren, da die Auslösung des Sensors in der Alexa App teilweise bis zu einer halben Stunde gedauert hat. Ein kurzer Schriftwechsel mit dem Support ergab, dass ich doch bitte meine Automatisierungen nur über die SmartLife / Tuya App erstellen soll, da diese dann nicht über die Cloud laufen. Schwierig, denn ich setzte halt auch Geräte anderer Hersteller ein…
Daraus resultierte dann für mich, dass ich eine Cloud unabhängige Lösung benötige, welche ich mit Home Assistant gefunden habe. Das Beispiel oben zeigt aber auch, dass ich schon bei normalen Server-Antwortzeiten mehrere Sekunden vor meiner Terrassentüre Stand bis sich etwas bewegt hat. Jetzt ist es so, dass sich instant, beim Drehen des Türgriffes, das Rollo anfängt zu öffnen, bzw. schließen.

Dennoch kann man, gerade wenn das Smart Home gerade erst in den Startlöchern steht, erst einmal seine Automationen über Alexa Routinen verwirklichen. Sollte man aber dann irgendwann feststellen das man mehr darauf wartet, dass die Routine endlich ausgeführt wird, als einfach die Automatisierung zu genießen, dann sollte man sich wirklich Gedanken machen ob eine Cloud freie lokale Lösung nicht besser wäre.

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Thomas Wiesner

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