Der Petlibro Polar ist an sich ein geniales Gerät, um Nassfutter für unsere Vierbeiner frisch zu halten. Allerdings hat die Sache ab Werk einen Haken: Die Kühlung läuft im Standard-Modus oft ununterbrochen oder lässt sich nicht intelligent an die tatsächlichen Fütterungszeiten anpassen. Das verbraucht unnötig Strom und belastet die Hardware.
Da ich mein Zuhause konsequent lokal und smart steuere, habe ich den Futterspender kurzerhand umgebaut. Ziel des Projekts: Die integrierte Kühlung über ein ZigBee-Relaismodul direkt in Home Assistant einzubinden, um nur dann zu kühlen, wenn es wirklich nötig ist – in meinem Fall immer von abends (zum Abendessen) bis morgens.
Wichtiger Hinweis vorab:
Dieser Umbaubericht wurde von mir nach bestem Wissen und Gewissen auf Basis meiner eigenen Erfahrungen erstellt. Der Nachbau und alle Änderungen am Gerät erfolgen jedoch ausdrücklich auf eigene Gefahr. Bitte sei dir darüber im Klaren, dass durch das Öffnen und Modifizieren des Geräts jegliche Garantie- und Gewährleistungsansprüche gegenüber dem Hersteller erlöschen. Achte beim Arbeiten an der Elektronik immer darauf, dass alle Stromquellen getrennt sind!
Das Werkzeug: Hardware & 3D-Druck
Für diesen Umbau habe ich mich für ein kompaktes ZigBee-Modul entschieden, das sich perfekt in bestehende Smart-Home-Infrastrukturen einfügt:
- Relaismodul: Yueyang ZigBee Trockenkontakt-Relais-Modul (unterstützt DC 12/24V)
- Gehäuse: Da das Relaismodul sicher verpackt und von außen zugänglich sein sollte, habe ich mir ein passendes Gehäuse gedruckt. Das Modell findet ihr auf MakerWorld unter dem Suchbegriff „Gehäuse – Kostenloses 3D-Druckmodell“.
Schritt 1: Das Gerät öffnen
Bevor es an die Elektronik geht, muss das Gehäuse des Petlibro Polar geöffnet werden. Die Schrauben sind teilweise etwas versteckt an der Unterseite und unter den Gummifüßen angebracht.

Schritt 2: Der elektrische Schaltplan (12V & Peltier-Element)
Die Modifikation ist im Grunde recht simpel: Wir nutzen die interne 12V-Hauptstromversorgung des Futterspenders, um unser neues ZigBee-Relais permanent mit Energie zu versorgen. Um die Kühlung steuerbar zu machen, kappen wir die stromführende Leitung, die von der Hauptplatine zum Peltier-Kühlelement führt, und schleifen sie über die beiden Schaltkontakte (COM / NO) des Relais.

- Stromversorgung für das Relais: Verbinde den 12V (+) und (-) Eiingang der Petlibro-Platine direkt mit den Stromeingängen (+/-) des Yueyang-Moduls.
- Kühlung schaltbar machen: Trenne die positive Zuleitung, die zum Peltier-Element führt. Das von der Hauptplatine kommende Kabelende wird an den COM-Anschluss des Relais geklemmt. Das Kabelende, das zum Peltier-Element führt, steckst du in den NO-Anschluss (Normally Open).
Sobald das Relais nun per ZigBee eingeschaltet wird, schließt sich der Kontakt und das Peltier-Element beginnt zu kühlen – genau so, wie es die originale Steuerung vorsieht, nur dass wir jetzt das letzte Wort haben!
Schritt 3: Integration in Home Assistant & Automation
Nach dem Zusammenbau und dem Anbringen des 3D-gedruckten Gehäuses an der Außenseite, lässt sich das Yueyang-Modul im Handumdrehen anlernen. Ich nutze dafür den SLZB-06 über ZigBee2MQTT. Das Modul wird sofort als Schalter erkannt.
In Home Assistant habe ich mir anschließend eine einfache zeitgesteuerte Automation angelegt:
- Trigger 1: Abendessen-Zeit (z. B. 18:00 Uhr) $\rightarrow$ Aktion: Relais AN (Kühlung startet).
- Trigger 2: Morgens (z. B. 08:00 Uhr) $\rightarrow$ Aktion: Relais AUS (Kühlung stoppt).
Das spart über den gesamten Tag hinweg jede Menge Energie, da der Spender in den ungenutzten Stunden zwischen den Hauptmahlzeiten nicht sinnlos gegen die Raumtemperatur ankämpfen muss.
Fazit
Mit minimalem Hardware-Einsatz und einem günstigen ZigBee-Relais lässt sich der Petlibro Polar perfekt personalisieren. Das Futter bleibt genau dann frisch, wenn es darauf ankommt, und tagsüber herrscht absolute Ruhe in der Küche. Dank des externen Gehäuses aus dem 3D-Drucker sieht das Ganze zudem extrem sauber aus.